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"Höllenspektakel" sollte böse Geister vertreiben

 

 (Quelle: www.welt.de)

 Der Brauch, in der Silvesternacht Feuer zu entzünden, reicht bis in die Zeit der Germanen. Diese vertrieben zum Jahreswechsel Dämonen und böse Geister mit ohrenbetäubendem Lärm. Dazu benutzten sie Rasseln, Dreschflegel und sogar Peitschen. Später im Mittelalter verwendeten die Menschen Pauken, Trompeten und Glockengeläut, um sich vor den Schergen des Teufels und bösen Geistern im neuen Jahr zu schützen.

Erst ab 1420 kam vermehrt Schwarzpulver zum Einsatz, als Gewehr-Schüsse abgegeben und Böller gezündet wurden. Jedoch wurden Feuerwerkskörper erst im Barock zur Unterhaltung gezündet. Diese sog. "Lustfeuerwerkerei" wurde an den deutschen Fürstenhöfen in pompösen Festen zelebriert und sollte den Reichtum und die Macht des Adelshauses zur Schau stellen.

Das größte Feuerwerk gab Ludwig der XV. 1770 im Park seines Schlosses von Versailles, bei dem geschätzte 20.000 Raketen, 6.000 Vulkane und sog. Feuertöpfe sowie 80 brennende Sonnen gezündet wurden. Somit stellt es das größte Feuerwerk im Barock dar. Im Gegensatz zu den heutigen Silvesterfeuerwerken leuchteten die explodierenden Feuerwerkskörper zur damaligen Zeit nicht so hell und besaßen keine bunten Farben, da die Oxidationsmittel fehlten, die heutzutage zum Einsatz kommen.

Schließlich wurde 1838 die erste deutsche Feuerwerksfirma von Georg Berckholz gegründet. Außerdem entstanden im Laufe der Jahre kleinere Artikel – die heutigen Vorläufer des Kleinstfeuerwerks. Durch die fortschreitende Pyrotechnik und die bessere Verfügbarkeit von Metallnitraten wurde das Feuerwerk dann im ausgehenden 19. Jahrhundert für die normale Bevölkerung zugänglich, bis es schließlich in die Massenproduktion ging. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist es zum Jahreswechsel Brauch, Raketen und Böller zu zünden.

Aus Böllern gegen Geister wurde ein Statussymbol

Es war eine einfache Konstruktion, mit der man im China der Tang-Dynastie böse Geister und Dämonen zu vertreiben suchte: ein Bambusrohr, gefüllt mit Salpeter, Holzkohle und Schwefel. Der Bahzou (explodierender Bambus) erwies sich als ausgesprochen effektiv – und nachhaltig. Seine Detonation vor knapp 1400 Jahren ließ bald ein ganz neues Gewerbe entstehen, die Pyrotechnik.

Vom fernöstlichen Volksglauben fand das Feuerwerk bald Eingang in die höfische Kultur Europas. Es adelt Nationalfeiertage, krönt Fußball-Weltmeisterschaften und ist aus dem Jahreswechsel nicht wegzudenken. Dass die Pyrotechnik nebenbei auch das Kriegswesen und die Politik revolutionierte, ist nur ein Aspekt der Geschichte des Feuerwerks.

In China kennt jedes Kind die Geschichte des Mönches Li Tian, der als Erfinder des Feuerwerks gilt. Um die Seuchen, den anhaltenden Regen und die dafür verantwortlichen bösen Geister zu vertreiben, experimentierte der Mönch mit Schwarzpulver und Bambusrohren. Kurz darauf war der erste Böller geboren.

Aber schon bald fanden die Menschen, dass das Feuerwerk nicht nur ein probates Mittel gegen Geister, sondern auch gegen ihresgleichen sei. Als die Mongolen im 13. Jahrhundert zur Invasion Chinas ansetzten, verfügten beide Parteien über ein mörderisches pyrotechnisches Arsenal: Brandbomben, Flammenwerfer, die brennende Flüssigkeiten verspritzten, Brandpfeile, Donnerschlagsbomben, die Pferde scheu machten, Leuchtgeschosse, Splittergranaten mit Mänteln aus Gusseisen und verheerender Sprengkraft, Tretminen aus Bambus, gefüllt mit Bleikugeln, Raketen, „Feuerlanzen“, die Menschen blendeten oder verstümmelten, Gewehre und sogar Kanonen aus Gusseisen“, die Liste des Sinologen Kai Vogelsang zeugt von der diabolischen Erfindungsgabe des Homo sapiens.

 

Statussymbol für Könige und Fürsten

 

 (Quelle: www.welt.de)

Allerdings machten viele dieser Waffen einen ähnlichen Eindruck, wie die Böller gegen Geister. Sie waren derart ungenau, dass sie vor allem psychologisch wirkten.

Arabische Händler, die die maritime Seidenstraße durch den Indischen Ozean beherrschten, brachten das Wissen um Schießpulver und Raketen schließlich nach Europa. Dass die Byzantiner bereits im 7. Jahrhundert mit dem „Griechischen Feuer“ eine Art Flammenwerfer hervorgebracht hatten, war da schon lange in Vergessenheit geraten.

Schon bald wurde die Pyrotechnik fester Bestandteil von Festzeremonien an den Höfen Europas. 1506 zündete Kaiser Maximilian I. anlässlich des Reichstags zu Konstanz das erste Feuerwerk in Deutschland, stilecht über dem Bodensee. Als Kaiser Karl V. 1535 Tunis eroberte, war das ebenso ein Feuerspektakel wert wie die Unterzeichnung des Westfälischen Friedens hundert Jahre später.

Spätestens im Barock hatte sich die Feuerwerkskunst als wichtiges Statussymbol für Könige und Fürsten etabliert. Ob in Versailles, Wien oder in London – wer etwas auf sich hielt, inszenierte sich in Raketenbildern, zu denen der König von England 1749 auch eine „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel bestellte (das dazugehörende Feuerwerk zur Feier des Friedens von Aachen fiel allerdings ins Wasser. Böse Zungen behaupten, es habe am Streit zwischen britischen und italienischen Feuerwerkern gelegen). Ein üppiges Feuerwerk symbolisierte Reichtum und Macht, daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

Meister der Pyrotechnik waren hochbegehrt. Wie zum Beispiel die Karriere der italienischen Familie Ruggieri. Kein Geringerer als Napoleon I. wusste sich ihrer Dienste zu versichern. Dafür bekam er das erste grüne Feuer der Pyro-Geschichte. Später sorgte ein Ruggieri in Paris allerdings für gelindes Entsetzen, als er mit einer selbst gebauten Rakete einen kleinen Jungen in den Himmel schießen wollte.

 

In den Fabriken von Liu Yang

Verglichen mit der dunklen Seite der Pyrotechnik war das aber nur eine Bagatelle. Kaum hatten der englische Franziskaner Roger Bacon um 1267 oder sein deutscher Ordensbruder Berthold Schwarz um 1353 herum das Schwarzpulverrezept in Europa formuliert, gingen die Militärs daran, es für sich nutzbar zu machen. Dass die Experimente bald von Erfolg gekrönt waren und Europa dem chinesischen Vorbild bald den Rang ablief, verdankte es nicht zuletzt seinem Reichtum an Metallen und Holz als Energielieferant.

Zudem gab es zahlreiche Leute, die sich mit der Verarbeitung von Eisen oder Bronze auskannten und immer haltbarere Legierungen entwickelten, die immer größeren Ladungen standhielten. Als Europas Flotten im 15. Jahrhundert in See stachen, um den Seeweg nach Indien zu entdecken, führten sie Geschütze mit sich, die allen Gegnern in Asien überlegen waren.

Trotz der Schrecken, den ihre militärische Anwendung verbreitet, hat sich die Faszination der Pyrotechnik bis heute erhalten. Trotz aller Mahnungen „Brot statt Böller“ werden allein zum Jahreswechsel in Deutschland rund 124 Millionen Euro in die Luft geschossen. Zum Leidwesen von Fußballvereinen kommt Pyrotechnik auch zunehmend in Stadien zum Einsatz.

Weltweit ist Pyrotechnik ein Milliardengeschäft – und gleichwohl Handarbeit geblieben. Die Stadt Liu Yang in China, in der Provinz Hunan, ist die Hauptstadt des Feuerwerks: Nirgendwo werden mehr Raketen, Böller und Bomben hergestellt, wie in den Feuerwerksfabriken der Stadt. Nach wie vor werden sie mit der Hand zusammengebaut – eine maschinelle Verarbeitung wäre zu gefährlich.

 

Arten von Feuerwerk

Bodenfeuerwerk

Zu den auf dem Boden stehenden oder fest verankerten Feuerwerkskörper werden gezählt:

  • Fontänen und Vulkane (in der Schweiz auch Zuckerstock[1][2] genannt) sprühen Funken und/oder kleine Sterne nach oben. Die Effekthöhe variiert zwischen zehn Zentimetern und mehreren Metern. Als Wasserfallfontäne werden sie, mit der Düse nach unten an waagrechten Drähten etc. befestigt; ohne Düse fällt dann ein Vorhang silberner Funken zu Boden.
  • Eine Sonne ist ein Rad, das durch den Rückstoß von Antriebskörpern, meist verbunden mit Funkeneffekt wie bei Fontänen, an einem Stab zum Drehen gebracht wird.
  • Bengaltöpfe: kleine Standgeräte, die Bengalisches Licht (z. B. zu Illuminationszwecken) produzieren. Übliche Farben sind rot, grün, gelb oder blau/violett.

Mischformen von Boden- und Höhenfeuerwerk

Feuerwerkskörper, die ihre Effekte zwar nach oben in die Luft ausstoßen, diese aber nicht erst in der Höhe zur Erscheinung treten:

  • Feuertopf: Effekt, der lose Effekte direkt ausstößt: Diese bilden eine Säule
  • Schweifrohr, Kometenrohr: Einzelner Effekt als reiner Aufstieg
  • Batterie (Cakebox), eine kartonierte Packung aus verschiedenen Effekten mit einem Zünder, manchmal auch mit anderen Effekten wie Fontänen vereinigt. In der umfangreichsten Variante, bei auf einem Brett mehrere Batterien befestigt und miteinander verleitet sind, als Verbundfeuerwerk, Batterieverbund oder Fertigfeuerwerk bezeichnet.

Licht-, Rauch- und Pfeifeffekte

  • Römisches Licht, Bombenrohr
  • Bengalisches Feuer (Bengalisches Licht), oft in Form von Bengalfackeln
  • Signalraketen, in einer Sonderform als Fallschirmsignalrakete
  • Rauchpulver, Rauchbälle
  • Diese verschiedenen Effekte beruhen – neben der mechanischen Konstruktion des Körpers – auf den Zusammensetzungen der verwendeten Effektsätze (Leucht- und Leuchteffektsatz, Rauch-, Pfeifsatz).

                Aufbau Vulkan                                        Aufbau Sonne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (Quelle: Von Majo statt Senf - Eigenes Werk, basierend auf: Technische Anforderungen für pyrotechnische Gegenstände, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38464288)

 

Höhenfeuerwerk

Effekt mit Steighöhen zwischen mehreren Dutzend und einigen Hundert Metern. Im Himmel explodieren solche Höhenfeuerwerkskörper – bedingt durch eine Zerlegerladung – und werfen ihre Effekte aus (z. B. Leuchtsterne, Heuler, Saluts, Cracklingsterne).

Effektkörper mit passivem Aufstieg

  • Peonien mit Farbwechsel (Bratislava)
  • Schematischer Aufbau einer Kugelbombe in einem Mörser

Effektkörper, die in den Himmel geschossen werden (Bomben usw.), werden im Allgemeinen aus Rohren (Mörsern) geschossen, bedingt durch eine Ausstoßladung in Form von gekörntem Feuerwerksschwarzpulver:

  • Kugelbombe, ein kugel­förmiges Geschoss; sie ist die Standardbauform für Feuerwerkskörper asiatischer Herkunft
  • Zylinderbombe, zylinderförmige Bomben, die durch ihre Form mehr Steighöhe erzielen
  • Bombette, ein kleiner Effekt, der in größerer Anzahl in einem Gesamteffekt verbaut ist

 Die Form des eigentlichen Effekts ist dabei aber von der Bauform des Körpers unabhängig. Zylinderbomben erzeugen auch durchaus runde Effekte („Chrysantheme“, „Päonie (Peonie)“), Kugelbomben erzeugen etwa auch Ringe (Ringbombe, „Saturn“), oder Figuren wie „Schmetterling“, „Smiley“ oder „Herz“, wie auch die folgenden:

  • Eine „Trauerweide“, insbesondere aber die japanische Kamuro, oder „Crown“, „Diadem“, „Spinne“, „Polyp“ und anderes bezeichnet einen besonders langziehenden Effekt, der erst einige Sekunden nach der Zerlegung ausbrennt und daher weit herunterfällt. Kamuros in Gold sind die klassischen Finalschüsse.
  • „Komet“, „Palme“ oder ähnliches sind Effekte, die schon beim Aufstieg eine Leuchtspur hinterlassen (aufsteigender Effekt). Dieser zusätzliche Leuchtsatz wird gleichzeitig mit der Treibladung gezündet.
  • Blitzknall, „Salut“, eine Bombe mit Blitzknallsatz, die hauptsächlich Lärm erzeugt. Der typische Eröffnungs- und Abschluss-Schuss. Einen besonderen Ruf haben dabei italienische und spanische Saluts.

Effektkörper mit Eigenantrieb

Effektkörper mit Eigenantrieb haben einen nach und nach abbrennenden Treibsatz: Die Rakete wird gezündet, für einen bestimmten Zeitraum verschafft die Treibladung der Rakete Schub. Danach steigt die Rakete lediglich durch ihre Trägheit weiter. Die Treibladung besteht aus einer schwarzpulverähnlichen Mischung. Kurze Zeit später setzt ein Verzögerungssatz die Ausstoßladung frei, welche die Effekte entzündet und auseinander treibt. Beispiele:

  • Feuerwerksraketen
  • Ein Luftheuler ist ein Feuerwerkskörper, der nach dem Anzünden unter Erzeugung eines lauten Heultones abbrennt und sich durch den Rückstoß fortbewegt. In Deutschland ist dieser Feuerwerkskörper wegen seines unkontrollierten Flugs seit dem 1. Juli 2008 verboten.

(Quelle: https://de.wikipedia.org)

Reine Knalleffekte

Ein Kanonenschlag ist ein Feuerwerkskörper, der in seiner zylindrischen Variante aus losem, in einer Papphülse verpackten Schwarzpulver besteht und eine Bickford-Pulveranzündschnur (eine Variante der Sicherheitsanzündschnur) mit Schwarzpulverkopf besitzt. Daneben gibt es kubische Kanonenschläge, die außen würfelförmig mit einer verdämmten Schnur zusammengehalten sind. Ein Kanonenschlag zerlegt sich mit lautem Knall, meist ohne besondere Lichteffekte. Kanonenschläge werden mittlerweile zum großen Teil in China produziert.

  • Reibbkopfknaller, auch Schweizer Kracher, Pirat, Schwärmer: ein zumeist ungefähr zigarettengroßer Einzelknall mit Reibkopf, anzuzünden an speziellen Reibbrettern oder der Reibefläche einer Streichholzschachtel.
  • chinesische Knatterschnur: kleine Knallsätze in einer langen, dünnen Seidenpapierhülle. Sie brennt in einer schnellen Serie mittellauter Knalle mit etwa 1 m/min ab; sie heißt bei uns so, weil sie für das Chinesische Neujahrsfest typisch ist.
  • Ein Knallfrosch ist ein Feuerwerkskörper, der aus mehreren Effektsätzen besteht, die im Laufe der Zeit abbrennen. Ein Knallfrosch macht hierbei hüpfende Bewegungen, woher der Name stammt.
  • Knallteppiche, Knallketten, Teppichkracher oder Lady-Cracker sowie Zisselmänner bewirken viele einzelne Knalleffekte, die durch eine Zündschnur verbunden sind, welche nach einmaligem Anzünden der Reihe nach die einzelnen Knalleffekte Sekunde für Sekunde explodieren lässt.

Feuerwerksscherzartikel und Feuerwerksspielwaren (in der Regel innerhalb der EU Kategorie F1)

Zimmerfeuerwerkskörper können und dürfen in geschlossenen Räumen verwendet werden:

  • Knallbonbons, Tischfeuerwerk oder Wunderkerzen.
  • Knallerbsen, Knallziehschnüre, Cracklingbälle lösen Knalleffekte aus; Kleinstfontänen- Kleinstvulkane, Gold-, bzw. Silberregen usw. lösen Leuchteffekte aus.

Weitere Typen von Feuerwerk

Musikfeuerwerk

Feuerwerke, die zur Musik choreografiert werden, nennt man Musikfeuerwerke. Ihre Entwicklung begann mit Feuerwerks-Begleitmusik der Barockzeit, etwa mit Händels Music for the Royal Fireworks HWV 351. Allerdings ist unbekannt, inwieweit die Feuerwerker tatsächlich synchron zur Musik geschossen haben. Heute sind – über eine passende Musikuntermalung weit hinausgehend – mit Hilfe von Zündmaschinen schlaggenaue Feuerwerke technisch machbar.

Weitere Typen sind das Seefeuerwerk (das von Flößen aus geschossen wird), Technisches Feuerwerk wie das Bühnenfeuerwerk (Theaterfeuerwerk), die Feuershow, Film-Spezialeffekte oder die reine Illumination, also Beleuchtung mittels pyrotechnischer Effekte.

Sonderformen:

  • Bühnenfeuerwerk ist Feuerwerk, das in unmittelbarer Nähe von Personen zulässig ist
  • Theaterfeuerwerk ist speziell für die Benutzung in geschlossenen Räumen vorgesehen

Zusätzlich fallen unter die einschlägigen Regelungen: Rauch- oder nebelerzeugende pyrotechnische Gegenstände, pyrotechnische Signalmittel, Bengalfeuer und Schellackfeuer sowie Böllerpatronen für Böller- oder Salutkanonen.

2015 wird vom japanischen Start-Up-Unternehmen ALE angekündigt, farbige Sternschnuppen künstlich durch Ausstoßen von Kügelchen mit Durchmesser der Größenordnung Zentimeter aus einem Satelliten in 400 bis 500 km hohem meridionalem Erdorbit zu erzeugen. In 60 km Höhe würden die kleinen Körper mit 9 km/s deutlich langsamer als natürliche Sternschnuppen in die bremsende Erdatmosphäre eindringen und entsprechend länger Aufglühen und in ihrer Gesamtheit einen Leuchtstreifen ergeben.

 

Etwas zur Sicherheit

Grundsätzlich sollte man nur Feuerwerkskörper kaufen, die das BAM-Prüfzeichen von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) erhalten haben. Diese wurden von der Behörde geprüft und offiziell zugelassen. Feuerwerkskörper werden in in zwei Klassen unterschieden:

Klasse BAM-PI:

In diese Klasse fällt Kleinstfeuerwerk, wie Knallbonbons, Tischfeuerwerk, Wunderkerzen oder Knallerbsen, die ganzjährig verkauft und verwendet werden dürfen. Dennoch sollten Minderjährige diese Feuerwerksgegenstände erst ab 12 Jahren und nur Aufsicht von Erwachsenen entzünden.

Klasse BAM-PII:

In diese Klasse gehört das typische Silvesterfeuerwerk mit Leuchtraketen, Fontänen, Batterie- sowie Kombinationsfeuerwerk und Knallern. Diese Feuerwerkskörper dürfen nur an den letzten drei Verkaufstagen zu Silvester von Personen über 18 Jahren gekauft und eingesetzt werden.

Für diese beiden Feuerwerks-Klassen lautet die Zulassung: BAM – P I – Mehrstellige Nummer bzw. BAM – P II – Mehrstellige Nummer.

In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der abgelehnten und nicht-zugelassenen Feuerwerkskörper, da zunehmend neue Hersteller versuchen, sich auf dem Markt zu etablieren. Von Pyrotechnik ohne Prüfsiegel sowie Billigimporten ist jedoch dringend abzuraten, da eine unkontrolliertere oder stärkere Sprengwirkung eine Gefahr für Leib und Leben darstellt. Gleiches gilt für selbst gebastelte Feuerwerkskörper mit Schwarzpulver.

 

Regeln im Umgang mit Feuerwerk

Wer an Silvester das Feuerwerk selbst zelebrieren möchte, sollte daher einige Verhaltensregeln beachten, um weder sich selbst noch andere Menschen zu gefährden:

  • Nur geprüfte und zugelassene Feuerwerkskörper benutzen.
  • Feuerwerkskörper nur im Freien und mit genügend Abstand zu Menschen und Tieren entzünden.
  • Raketen nur aus senkrecht, sicher stehenden Behältern abfeuern, z. B. leere Flaschen im Getränkekasten.
  • Blindgänger niemals aufheben oder erneut entzünden.
  • Feuerwerkskörper niemals in der Hand entzünden.
  • Alkoholisierte Menschen von Feuerwerkskörpern fernhalten.
  • Zündschnüre nicht verkürzen und keine Feuerwerkskörper bündeln.

Müll

Nach dem Knallen sammelt sich eine Menge Müll an. Beseitigen Sie Ihre Abfälle möglichst noch nachts und achten Sie vermehrt auf Glasscherben.

 

Funken der Wunderkerze

Die Funken der Wunderkerze faszinieren viele Kinder. Unabgebrannt sind die Kerzen jedoch giftig – achten Sie auf einen sachgemäßen Umgang. Wunderkerzen sind besonders bei Kindern beliebt, da sie im brennenden Zustand in der Hand gehalten werden können und die leuchtenden Funken nur angenehm auf der Haut prickeln. Hier besteht keine wirkliche Gefahr und die Kinder dürfen mitfeiern. Dennoch sollten Eltern Vorsicht walten lassen, denn die unabgebrannten Kerzen enthalten giftige Bariumsalze, die Vergiftungserscheinungen, wie Schwindel, Erbrechen, Krämpfe oder leichte Lähmungen, hervorrufen können, wenn Kinder die Finger anschließend in den Mund nehmen. Beim Abbrennen der Wunderkerzen verbrennen diese Stoffe, sodass sie danach nicht länger giftig sind.

Achten Sie daher auf eine sachgemäße Anwendung und lassen Sie die Wunderkerzen nicht unbeaufsichtigt auf dem Tisch liegen.

 

Hörschaden durch Feuerwerk

Bedingt durch lautes Knallen und Krachen gehört ein Hörschaden zu den zweithäufigsten Verletzungen beim Feuerwerk an Silvester und wird nur noch von den vielen Verbrennungen übertroffen. Die Gefahr, dauerhafte Schäden am Gehör zu erleiden, wird meist unterschätzt, da die Betroffenen durch die kurze Dauer des Knalls kaum Schmerzen empfinden. Nichtsdestotrotz erreicht ein explodierender Feuerwerkskörper einen Lärmpegel von bis zu 160 dB. Durch den lauten Knall können irreparable Hörschäden, wie Tinnitus, Trommelfellperforation oder sogar ein Knalltraumata entstehen. Das Fatale: Die Betroffenen bemerken die Schäden erst später. Kleine Kinder sind an Silvester besonders gefährdet. Daher sollten sie sicherheitshalber einen Gehörschutz, etwa Ohrstöpsel, tragen.

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